
Nürnberg hat als einzige WM-Stadt die Möglichkeit bekommen, eine Kunstmeile zur WM zu erstellen – und das vollkommen kostenfrei, finanziert vom DFB und anderen Sponsoren. Doch die Volksseele kocht, denn ein geplantes Werk des Künstlers
Olaf Metzel am Nürnberger Hauptmarkt läßt die sonst so trägen Massen Sturm laufen. Metzel möchte am Hauptmarkt eine Skulptur aus ehemaligen Stadionstühlen des Münchner Olympiastadions aufbauen, die den Titel "Auf Wiedersehen!" trägt. Für Bürger und Lokal-Presse ist klar: Es handelt sich um eine
Schrott-Skulptur. Hauptärgernis ist jedoch, dass die Skulptur etwa zwei Monate lang ein Überbleibsel aus dem Mittelalter verdecken wird – den sehr einfallsreich betitelten sog.
"Schönen Brunnen", der laut Kritikern ein "Wahrzeichen der Stadt" sei. Soweit so gut; was die Bürger jedoch dazu bringt, gegen die Baumaßnahmen für das vorübergehende Kunstwerk eine Protest-Menschenkette zu organisieren,
massenhaft am Bauzaun herumzupöbeln, den Sicherheitsdienst zu attackieren,
illegal auf das Gelände zu drängen und sich sogar ein Handgemenge mit der Polizei zu liefern, ist auf den ersten Blick unklar. Von
"kalter Wut" spricht die Lokalpresse hinsichtlich des Mobs, der laut
NN "mehrheitlich aus Rentnern" besteht. "Lieber sollen sie uns die Renten kürzen, als so einen Mist zu machen." bietet ein altes Ehepaar aufopfernd aber zusammenhanglos an. Bei solchen Angeboten braucht sich wohl auch niemand mehr fragen, wieso die "Bürger" bei Sozialkürzungen hingegen keineswegs massenhaft auf die Straße drängen. Vielleicht liegt der Hintergrund der Vehemenz der Proteste ja in der Bedeutung des "Schönene Brunnens" selbst. So weißt die NN auf die Figuren des Brunnens hin, denn
Entscheidend ist aber, dass in der obersten Reihe Moses mit den Gesetzestafeln erscheint, zusammen mit sieben Propheten des Alten Testaments. Diese acht Figuren nämlich stehen symbolisch für die höchsten Gebote der christlich-jüdischen Glaubenswelt
Quelle
Na wenn es um die
Verteidigung des christlich-jüdischen Abendlandes geht...
Bisher bietet die Stadt dem Mob noch die Stirn, Oberbürgermeister Maly (SPD) verteidigte das Kunstwerk und die verantwortliche Kulturreferentin Lehner (CSU). Selbst die Opposition nutzte bisher den Volkszorn nicht für ihre Zwecke. So
erklärte FDP-Stadtrat Utz Ulrich: Die „vermutlich zumindest teilweise von Rechtsradikalen gesteuerten“ und geschürten „unheimlichen Emotionen“ zeigten deutlich, wie notwendig eine „faire und offene, von Kenntnis getragene Auseinandersetzung um moderne Kunst in Nürnberg“ sei.
Artikel via http://anti-moslem-hass.blogspot.com